Sensomotorische Einlagen
» Was ist Propriozeption und Sensomotorik?
Das Wort Propriozeption ist wie vieles im medizinischen Wortschatz lateinischen Ursprungs (proprius = eigen) und bedeutet soviel wie „Wahrnehmung oder Empfang körpereigener Reize“. Um Reize wahrnehmen zu können, bedarf es entsprechender peripherer Rezeptoren. Sie vermitteln dem ZNS ebenso wie die Rezeptoren des Gleichgewichtsorgans die Lage, Haltung und Bewegung des Körpers über sensible, afferente, d. h. zuleitende Nervenbahnen.
Auf die afferenten Reize reagiert das ZNS und sendet efferente Impulse für die Körpermotorik über somato-motorische Nerven. Dazu ein praktisches Beispiel: Wenn wir durch einen dunklen Raum gehen, sind wir wie ein Blinder auch ohne Augenkontrolle über die Haltung unseres Körpers informiert, weil an der Fußsohle und in den Beingelenken sensible Rezeptoren platziert sind, die über Afferenzen ständigen „Funkkontakt“ zum ZNS unterhalten. Würden wir dabei plötzlich auf eine schräge Ebene geraten, werden die Rezeptoren dieses Ereignis sofort melden und das ZNS leitet über neuromuskuläre Impulse die Ausgleichsbewegung ein, so dass ein Sturz verhindert wird. Fazit: Die Propriozeption funktioniert.
Der Regelkreis der propriozeptiven Steuerung kann am Beispiel des Eigenreflexes, der auch propriozeptiver Reflexbogen genannt wird, verdeutlicht werden. Durch einen leichten Schlag gegen die Patellarsehne werden Dehnungsrezeptoren im Muskel- und Sehnengewebe gereizt. Sie senden über afferente Bahnen die Information über das segmentgleiche Spinalganglion zum Rückenmark, Dort erfolgt die Umschaltung in der motorischen Vorderhornzelle auf die efferenten Bahnen, die über die motorischen Endplatten im Quadrizeps eine Kontraktion auslösen.
In der Orthopädie werden Einlagen und Fußbettungen zur Kontaktverbesserung der Fußsohle bei Dysbalancen im Musketonus eingesetzt, die nach praktischen Erfahrungen mit unterschiedlichen Pelotten aufgebaut werden. Sie vermitteln dem Patienten durch die verbesserte Reizaufnahme an der Fußsohle vermehrt afferente Impulse zum ZNS, wodurch die Bewegungskoordination von Beinen und Rumpf verbessert wird.
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Nancy Hylton – eine Physiotherapeutin aus Washington – versorgt seit nunmehr 25 Jahren Kinder mit zerebralen Bewegungsstörungen mit „propriozeptiven“ oder sensomotorischen Einlagen.
Aber auch die Sportorthopädie profitiert von Propriozeption bei der Einlagenkonstruktion, durch die bestimmte Muskelgruppen aktiviert werden können, um Fehlbelastungen zu vermeiden.
Sensomotorik = Steuerung und Kontrolle der Bewegungen von Lebewesen aufgrund von Sinnesrückmeldungen. Wahrnehmungen des Reizes durch ein Sinnesorgan und motorisches Verhalten stehen im direkten Zusammenhang.
Sensomotorisches Modulares Einlagensystem TC (Tonus Control)
Anwendungsgebiete: - alle korrigierbaren Fußfehlstellugen - Schmerzsymptome aufgrund falscher physiologischer Fuß- und Körperhaltung
Kinesiologische Zusammenhänge und neurophysiologische Grundlagen nach Bobath und Vojta bilden u. a. den Hintergrund dieser Methode.
Wirkungsweise: Bestimmte Muskelgruppen werden im Tonus reguliert. Diese Impulse sollen den Körper wieder zu einem physiologisch korrekten Ablauf verhelfen und ermöglichen , dieses „neu erlernte“ Bewegungsmuster beizubehalten.
Zu erwartende Ergebnisse: + verbesserte Bewegungskoordination und Körperaufrichtung aufgrund der veränderten Wahrnehmung + deutliche Harmonisierung der muskulären Dysbalancen + Schmerzlinderung + Erhöhung der Mobilität + Verringerung des Verletzenrisikos (im Sport)
Die Aufhebung von muskulären Dysbalancen des Fußes wirkt sich positiv auf den gesamten Haltungs- und Bewegungsapparat aus.
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